Fraktale

Die in Fraktale gezeigten Objekte wurden als modellhafte Konstruktionen aus Pappe gefertigt und mit verschiedenen Materialen und Texturen überzogen. Die Verschachtelung in sich selbst weist Ähnlichkeiten zu fraktaler Geometrie auf und arbeitet mit deren selbstähnlichen Prinzipien. Aus dem entstandenen modularen System können verschiedene Maßstäbe und Formen gezogen werden, endlose Variation und Wachstum werden dadurch räumlich greifbar.

 

Den Modellen liegen simple und allgegenwärtige Formen zugrunde, deren Zweck für gewöhnlich vorgegeben und in aller Regel eindimensional ist. Durch die Wiederholung dieser Formen ergibt sich eine Multiplikation an Funktionen und somit eine Erweiterung der Funktionalität des gesamten Objekts. Zunächst steht eine gestalterische Transformation im Vordergrund, der sich jedoch weitere, etwa meditative Zwecke, anschließen. Dabei fordert die Beschichtung die sonst übliche Ausrichtung von Objekten an ihrem Zweck heraus. Mit der glatten Genügsamkeit von Flächen wird bewusst gebrochen, eine Verschränkung von Materialität und Funktionalität im allgemeinen Sinne wird dadurch aufgehoben. Somit wollen die Objekte weniger eine Loslösung der Form vom Zweck erreichen, als vielmehr die Möglichkeiten einer Vervielfältigung der Beziehung beider Komponenten zueinander ausloten. 

 

Wiederholung, Orthogonalität, Funktionalität, ineinandergreifende Formen, Module: Das Projekt Fraktale exploriert diese Konzepte als Stilmittel in der Raum- und Objektgestaltung.

Cardboard, Acryl, Sand

2020

Installation view at OFFSPACE10, Mönchengladbach

Photos: Nina Linnemann